Sonntag, 02. August 2026: Mobilität verbindet. Menschen. Stadtteile. Chancen.
In dieser Woche möchte ich meine Perspektive zum Thema Mobilität & Verkehrswende aus meinem #Zukunftsplan2034 vorstellen.
Mobilität bedeutet für mich mehr als Straßen, Autos und Parkplätze. Sie entscheidet darüber, wie wir zur Arbeit kommen, Freunde und Familie besuchen, Kultur erleben oder unsere Stadt entdecken. Mobilität verbindet Menschen – und sie verbindet die Stärken unserer Stadt.
Passend dazu feiert das Pumpwerk in dieser Woche sein 50-jähriges Bestehen. Vor fünfzig Jahren wurde aus einem stillgelegten Abwasserpumpwerk eines der ersten soziokulturellen Zentren Niedersachsens. Viele konnten sich diese Idee damals nicht vorstellen. Heute ist das Pumpwerk ein Wahrzeichen Wilhelmshavens und ein Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn eine Stadt mutig denkt, Bestehendes neu nutzt und langfristig investiert.
Das Pumpwerk hat nicht nur Kulturgeschichte geschrieben. Es war auch ein wichtiger Ausgangspunkt für die Entwicklung unserer Südstadt und für den Weg Wilhelmshavens zurück ans Wasser.
Heute lässt sich ein gedanklicher Rundweg durch einige der schönsten Orte unserer Stadt ziehen: von der Innenstadt in die westliche Südstadt, über die Deichbrücke und das Pumpwerk zum Banter See und Südstrand, weiter über die Kaiser-Wilhelm-Brücke in die östliche Südstadt und entlang unserer Hafenpromenade – an deren Qualität wir noch arbeiten müssen.
Genau diese Stärken müssen wir künftig noch besser miteinander verbinden: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus und perspektivisch auch mit neuen Mobilitätsangeboten.
Denn Mobilität endet nicht an der Stadtgrenze. Sie verbindet unsere Stadtteile ebenso wie Wilhelmshaven mit der Region. Wilhelmshaven hat dafür beste Voraussetzungen: kurze Wege, breite Straßen und viele Ziele, die nah beieinanderliegen. Trotzdem erleben viele Menschen den Verkehr im Alltag als unzuverlässig, unsicher oder wenig flexibel.
Mein Ziel ist deshalb eine Stadt, in der Mobilität einfach funktioniert – unabhängig davon, ob man mit dem Auto, dem Fahrrad, dem Bus oder zu Fuß unterwegs ist.
Dazu gehören:
– sichere Fahrrad-Schnellachsen von Nord nach Süd und von Ost nach West,
• ein verlässlicher ÖPNV mit klaren Takten und flexiblen Angeboten in den Randzeiten,
• eine intelligente Verkehrssteuerung mit einer Grünen Welle 2.0,
• mehr Ladepunkte, Sharing-Angebote und Mobilitätsstationen,
• ein digitales System für Bus, Parken, Laden und Teilen.
Doch auch hier gilt: Nicht alles kann gleichzeitig umgesetzt werden. Und wir müssen klar zwischen laufenden Ausgaben und Investitionen unterscheiden.
Ein besserer ÖPNV kostet dauerhaft Geld. Engere Takte, längere Betriebszeiten oder flexible On-Demand-Angebote müssen deshalb Schritt für Schritt eingeführt und solide finanziert werden.
Mein Ansatz ist klar: Wir beginnen dort, wo der Bedarf am größten ist und Verbesserungen für viele Menschen spürbar werden.
Der Ausbau von Fahrradachsen, Mobilitätsstationen, Ladeinfrastruktur oder intelligenter Verkehrssteuerung sind dagegen vor allem Investitionen. Fördermittel können neue Systeme, Fahrzeuge und Pilotprojekte ermöglichen. Die späteren Betriebs- und Unterhaltungskosten müssen jedoch von Anfang an mitgedacht und im Haushalt abgesichert werden.
Neue Angebote sollen deshalb zunächst erprobt und ausgewertet werden. Dauerhaft ausgebaut oder etabliert werden sie nur, wenn sie angenommen werden, einen erkennbaren Nutzen haben und langfristig finanzierbar sind.
Denn neue Projekte dürfen nicht nur gut aussehen. Sie müssen genutzt werden, funktionieren und auch nach der Förderung bezahlbar bleiben.
Dafür brauchen wir starke Partner: den Landkreis Friesland, die Stadtwerke, die Wohnungswirtschaft, Verkehrsunternehmen und private Mobilitätsanbieter. Moderne Mobilität entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch ein verlässliches Gesamtsystem.
Mich interessiert Ihre Meinung:
• Wo funktioniert Mobilität in Wilhelmshaven heute bereits gut – und wo nicht?
• Welche Busverbindungen oder Takte fehlen Ihnen?
• Wo brauchen wir dringend sichere und durchgängige Fahrradwege?
• Sollten wir zuerst in den ÖPNV, in Fahrradachsen oder in die Sanierung unserer Straßen investieren?
Ich freue mich auf Ihre Gedanken und Anregungen.