Freitag, 21. August 2026: Verantwortung heißt vorausdenken. Führung ist mehr als Verwaltung.

Wir sprechen oft über Politikverdrossenheit. Bei der WZ-Podiumsdiskussion habe ich etwas anderes erlebt: einen voll besetzten Raum, interessierte Menschen, gute Fragen und vier Kandidaten mit z. T. sehr unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie Wilhelmshaven geführt werden sollte.

Und das ist gut. Kommunalpolitik ist konkret. Es geht darum, wie wir unser Zusammenleben vor Ort organisieren: Funktioniert die Verwaltung? Wie sichern wir eine gute medizinische Versorgung? Wie gehen wir mit knappen Finanzen um?

Für mich ist die Oberbürgermeisterin weder nur Moderatorin noch lediglich Verwalterin bestehender Zuständigkeiten. Sie führt die Verwaltung, setzt Impulse und entwickelt mit ihr fachlich begründete Vorschläge. Der Rat entscheidet. Aber eine leistungsfähige Verwaltung muss Entscheidungen strategisch vorbereiten.

Das gilt auch für die Sozialausgaben. Natürlich müssen Bund und Land die Kommunen bei übertragenen Aufgaben auskömmlich finanzieren. Aber das reicht nicht. Wir müssen auch unsere Strukturen überprüfen, Einnahmemöglichkeiten konsequent nutzen und Reibungsverluste reduzieren.
Dasselbe gilt für Investitionen. Wilhelmshaven soll voraussichtlich rund 50 Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität erhalten. Eine große Chance. Aber jetzt möglichst viele neue Einzelprojekte oder Leuchttürme zu entwickeln, ist für mich der falsche Weg.

Investitionen müssen an strategischen Leitlinien gemessen werden. Welche wirtschaftlichen, sozialen oder städtebaulichen Wirkungen entstehen? Welche Folgekosten?

Z. B. der Ehrenwortplatz. Gemeinsam mit Rambla und Valoisplatz gehört seine Entwicklung zu den wichtigen städtebaulichen Aufgaben unserer Innenstadt. Ein Ankauf kann sinnvoll sein. Aber vorher sollte klar sein, welches Ziel wir mit dem Areal verfolgen. Wenn die Verwaltung bereits Gespräche führt, würde ich parallel den Strategierat einbeziehen, um gemeinsam eine städtebauliche Perspektive, Zusammenhänge mit den weiteren Innenstadtprojekten und mögliche Beteiligungsformate vorzubereiten.

Nicht erst kaufen und dann überlegen, sondern Ziele strategisch definieren. Varianten bewerten. Entscheiden.

Wie wichtig langfristiges Vorausdenken sein kann, habe ich auch beim Wirtschaftsfrühstück des Clubs zu Wilhelmshaven erlebt. Thema war die Weiterentwicklung des Deutschen Marinemuseums. Mich beeindruckt, welchen Weg das Museum einschlägt. Was dort entsteht, kann für Jahrzehnte ein Magnet für Wilhelmshaven werden. Dabei geht es um mehr als Tourismus, es geht um unsere Identität als Marine-, Hafen- und Küstenstadt.

Die Podiumsdiskussion zeigt, dass es unterschiedliche Vorstellungen gibt, wie Wilhelmshaven geführt werden kann, wie groß das Interesse an unserer Stadt ist. Mein Angebot für den 13. September ist deshalb klar: Verantwortung übernehmen, Entscheidungen gut vorbereiten und Wilhelmshaven nicht von Vorgang zu Vorgang, sondern mit einem klaren Blick nach vorn führen.

Weitere Neuigkeiten:

  • Sonntag, 23. August 2026: Zuhören heißt für mich: hingehen. Und Führung heißt: Verantwortung übernehmen.

  • Freitag, 21. August 2026: Verantwortung heißt vorausdenken. Führung ist mehr als Verwaltung.

  • Sonntag, 16. August 2026: An diesem Wochenende konnte man gleich zweimal erleben, was Beteiligung und Gemeinschaft in Wilhelmshaven ausmachen.

  • Freitag, 14. August 2026: Die eigenen Hausaufgaben machen