Sonntag, 12. Juli 2026: Bildung darf kein Stückwerk sein.
In meiner letzten Wochenvorschau habe ich begonnen, den #Zukunftsplan2034 wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Sieben Zukunftsfelder. Und für jedes die konkrete Frage:
- Was müssen wir im laufenden Haushalt dauerhaft stärken?
- Wofür sollten wir zusätzliche Investitionsmittel gezielt einsetzen?
In dieser Woche geht es um das zweite Zukunftsfeld: Bildung, Fachkräfte und Wissenschaft.
Dieses Zukunftsfeld reicht von der Kita über Schule und Ausbildung bis zu Hochschule, Wissenschaft und Fachkräftegewinnung. Für mich ist klar – Bildung darf kein Stückwerk sein. Kitas, Schulen, Ausbildung, Hochschule und Wirtschaft müssen besser zusammenspielen. Übergänge müssen funktionieren. Ganztag und Inklusion brauchen verlässliche Standards. Und Investitionen müssen dem folgen, was pädagogisch und fachlich wirklich gebraucht wird.
Gestern war für mich auch persönlich ein besonderer Tag. Unser Sohn wurde an der Jade Hochschule verabschiedet. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Solche Momente kennen viele Eltern.
Der Wechsel von der Kita in die Grundschule. Der Sprung auf die weiterführende Schule. Der Schulabschluss. Der Start in Ausbildung oder Studium. Und irgendwann der Übergang in den Beruf.
Es sind immer die Übergänge, die Kinder, Jugendliche und Familien besonders fordern. Deshalb ist das für mich nicht nur ein Bildungsthema. Es ist eine kommunale Verantwortung. Als Stadt müssen wir ein hohes Interesse daran haben, dass möglichst viele junge Menschen ihren Bildungsweg erfolgreich gehen. Nicht nur mit guten Zeugnissen. Sondern mit Fähigkeiten, Selbstvertrauen und einer guten Vorbereitung auf das, was im Leben kommt. Kein Kind und kein junger Mensch darf an schlecht organisierten Übergängen verloren gehen.
Mein Fokus für Verwaltung und Haushalt -ich will verbindliche Standards dafür, wie Übergänge organisiert werden und wie Ganztag und Inklusion konkret funktionieren. Das heißt zum Beispiel:
- feste Übergabegespräche zwischen Kita und Grundschule
- verbindliche Abstimmungen beim Wechsel auf eine weiterführende Schule
- frühzeitige Begleitung beim Übergang in Ausbildung oder Studium
- klare Qualitätsstandards für Ganztagsangebote
- abgestimmte Förder- und Unterstützungsangebote für Kinder mit besonderem Bedarf
- feste Ansprechpartner in der Verwaltung, die Schulen, Kitas, Jugendhilfe, Vereine, Wirtschaft und Hochschule zusammenbringen
Ich will nicht, dass jede Einrichtung für sich arbeitet und Familien sich durch Zuständigkeiten kämpfen müssen. Die Stadt muss stärker koordinieren, verbindliche Abläufe schaffen und prüfen, ob sie funktionieren.
Mein Investitionsvorschlag: Bei zusätzlichen Investitionsmitteln müssen Schulen und Kitas ein fester Schwerpunkt sein. Dafür braucht es ein transparent priorisiertes Zwei-Jahres-Programm für die dringendsten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Nicht nach Lautstärke. Sondern nach klaren Kriterien:
- Sicherheit und baulicher Zustand
- Sanitärbereiche
- Barrierefreiheit
- Ganztagsfähigkeit
- digitale Infrastruktur
- Hitze- und Klimaschutz
Die Menschen müssen nachvollziehen können, was 2027 angegangen wird, was 2028 ff. und danach folgt und warum.
Auch die gute Nachricht dieser Woche passt genau in dieses Zukunftsfeld -die Jade Hochschule soll für ihre drei Standorte insgesamt 29,5 Millionen Euro aus einem zusätzlichen Investitionsprogramm des Landes Niedersachsen erhalten. Besonders stark finde ich die angekündigte Schwerpunktsetzung auf Sicherheitsforschung. Das ist für Wilhelmshaven der richtige Weg. Wir sind größter Bundeswehrstandort Deutschlands. Wir sind Marine- und Hafenstadt. Sicherheit, Resilienz und neue Technologien gewinnen an Bedeutung. Deshalb müssen wir als Stadt gemeinsam mit Hochschule, Land, Bundeswehr, Wirtschaft und weiteren Partnern überlegen, wie daraus ein starkes Profil für Wilhelmshaven entsteht.
Und mich interessiert Ihre Sicht:
1) Wo erleben Sie heute den größten Verbesserungsbedarf bei Kitas und Schulen?
2) Wo erleben Familien unnötige Brüche oder Hürden zwischen Kita, Schule, Ausbildung und Studium?
3) Was müsste Wilhelmshaven besser machen, damit junge Menschen hier lernen, studieren, arbeiten und bleiben wollen?
#miteinanderWHV
#Zukunftsplan2034
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