Freitag, 04. September 2026: Eine Stadt lebt vom Miteinander. Und davon, dass wir Dinge gemeinsam besser machen.

Vier Podiumsdiskussionen liegen inzwischen hinter uns – und jede war anders. Besonders spannend fand ich in dieser Woche die Diskussion der Wirtschaft im Pumpwerk. Durch die digitale Beteiligung des Publikums waren wir Kandidierenden unmittelbar mit Fragen und Erwartungen der Menschen im Saal konfrontiert. Das fordert heraus – und genau das ist gut. Denn wer eine Stadt führen möchte, muss zuhören, unterschiedliche Perspektiven aufnehmen und daraus Entscheidungen entwickeln.

Wie wichtig das Zuhören ist, habe ich auch bei einem besonderen #MiteinanderUnterwegs erlebt. Die Senioren-Union hatte zu einem Rundgang durch die Innenstadt eingeladen und ihn hervorragend vorbereitet. Auf Zetteln wurden ganz konkrete Hindernisse festgehalten: fehlende Bordsteinabsenkungen, schwere Türen, Zugänge, die mit Rollator oder Rollstuhl kaum selbstständig zu bewältigen sind.

Eine Beobachtung hat mich dabei gefreut – viele Teilnehmende erzählten, dass fast immer jemand da ist, der eine Tür aufhält, Platz macht oder beim Überwinden einer Kante hilft. Das sagt etwas Gutes über das Miteinander in unserer Stadt.

Mein Anspruch geht trotzdem weiter. Menschen müssen sich möglichst selbstständig durch ihre Stadt bewegen können – ohne darauf angewiesen zu sein, dass gerade jemand hilft. Barrierefreiheit ist kein Spezialthema für einzelne Gruppen und erst recht kein parteipolitisches Thema. Sie entscheidet über Selbstständigkeit und Teilhabe. Deshalb bin ich dankbar, wenn Menschen auf konkrete Probleme aufmerksam machen – unabhängig davon, welcher Partei, Vereinigung oder Initiative sie angehören. Entscheidend sollte doch sein:

– Ist der Hinweis richtig?
– ⁠Und können wir etwas besser machen?

Dieses Prinzip gilt auch dort, wo es schwieriger wird. Die Berichte über die Situation am Börsenplatz sind absolut ernst zu nehmen. Jugendliche gehören in unsere Innenstadt. Wir wollen doch gerade, dass junge Menschen nicht nur vor Bildschirmen sitzen, sondern rausgehen, Freunde treffen, Gemeinschaft erleben und öffentlichen Raum für sich entdecken. Eine lebendige Stadt braucht junge Menschen.

Aber die Grenze ist ebenso klar – wenn Anwohnerinnen und Anwohner, Gäste oder Gastronomen beleidigt, provoziert oder massiv gestört werden und Eigentum beschädigt wird, ist das nicht hinnehmbar.

Hier hilft kein Fingerpointing. Polizei, Ordnungsdienst, Jugendhilfe und Streetwork müssen gemeinsam handeln. Gleichzeitig müssen wir mit den Jugendlichen und ihren Eltern sprechen und die Frage beantworten, die dahintersteht: Wo können junge Menschen sich treffen und aufhalten, ohne dass daraus ständig Konflikte entstehen?

Für mich ist das ein konkretes To-do für die neue Stadtspitze. Nicht irgendwann, sondern frühzeitig. Probleme benennen, alle Beteiligten an einen Tisch holen, Verantwortung klären und Lösungen umsetzen. Genau so stelle ich mir kommunale Führung vor.

Das Stadt von ihrer Geschichte und ihren Institutionen lebt, hat schließlich das 150-jährige Jubiläum der Sparkasse gezeigt. Besonders beeindruckt hat mich, dass dabei nicht nur Erfolge gefeiert wurden, sondern auch die eigene Rolle während der NS-Zeit kritisch betrachtet wurde. Und mir gefiel die Idee der nachbarschaftlichen Feier: Das Stadttheater war nicht einfach Veranstaltungsraum, sondern als unmittelbarer Nachbar Teil des Jubiläums. Auch das ist für mich Stadtgesellschaft.

Und heute Abend zeigt Wilhelmshaven noch eine ganz andere Seite: Mit Jan Delay startet das große Open-Air-Wochenende am Sportforum. Eine Veranstaltung dieser Dimension ist eine echte Chance, Wilhelmshaven als Veranstaltungsort weit über unsere Stadt hinaus sichtbar zu machen. Ich hoffe sehr, dass die Wetterprognosen stimmen, es trocken bleibt und viele Menschen einen großartigen Abend erleben.

Denn ob Wirtschaft, Barrierefreiheit, Sicherheit, Kultur oder ein großes Konzert – eine Stadt wird nicht dadurch besser, dass jeder auf seine Zuständigkeit, seine Partei oder seine Position schaut. Sie wird besser, wenn Menschen miteinander reden, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen möglich machen. Genau dieses Wilhelmshaven wünsche ich mir.

Weitere Neuigkeiten:

  • Sonntag, 20. September 2026: Aus einem Plan wird Schritt für Schritt konkrete Arbeit.

  • Freitag, 18. September 2026: Jetzt beginnt etwas Neues.

  • Sonntag, 13. September 2026: Wilhelmshaven, danke für dieses unglaubliche Vertrauen.

  • Freitag, 11. September 2026: Gemeinsam Verantwortung übernehmen.