Freitag, 25. September 2026: Zukunft beginnt mit einem Bild im Kopf.
Diese Woche hatte ich gleich mehrfach das Gefühl. Gestern Abend war ich spontan bei „Wir reden Klartext“. Es ging um unsere Gesundheitsversorgung: Hausärzte, Krankenhäuser, Pflege, Kosten – und um gesetzliche Rahmenbedingungen, die wir vor Ort nicht verändern können.
Aber irgendwann drehte sich die Diskussion. Weg von der Frage, was alles schwierig ist. Hin zu der Frage: Was können wir selbst tun? Und es entstand Kopfkino.
Was wäre, wenn Wilhelmshaven und Friesland nicht nur gemeinsam ein neues Zentralklinikum bauen, sondern unsere Region insgesamt als Gesundheitsregion denken? Wenn wir Krankenhausversorgung, niedergelassene Ärzte, Pflege, Ausbildung und weitere Gesundheitsangebote stärker zusammenbringen? Wenn hier ein Modell entsteht, das vielleicht sogar zum Aushängeschild für Niedersachsen werden kann?
Ein großes Ziel? Ja. Aber warum eigentlich nicht?
Die Botschaft des Abends war für mich – wir haben vor Ort Gestaltungsmöglichkeiten. Wir müssen sie nutzen. Gemeinsam mit Friesland und gemeinsam mit den Menschen, die das Wissen und die Erfahrung dafür mitbringen.
Mein Name fiel an diesem Abend mehrfach. Das hat mir noch einmal sehr deutlich gemacht, welche Erwartungen mit meinem künftigen Amt verbunden sind. Und diese Herausforderung nehme ich an. Nicht mit dem Anspruch, selbst auf alles eine Antwort zu haben. Aber mit dem Anspruch, die richtigen Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden und gemeinsam aus Ideen konkrete Projekte zu entwickeln. Genau das erwarte ich im Amt auch von mir selbst.
Vielleicht hat mich der Abend auch deshalb so beschäftigt, weil ich heute bei der Verabschiedung unserer Absolventinnen und Absolventen der Berufsakademie daran zurückdenken musste, wie alles begann.
2017 war die BA kaum mehr als eine Idee. Eine Zeitungsmeldung, eine Mail, ein Telefonat, ein Treffen. Dann kamen Menschen zusammen, die nicht länger nur über den Fachkräftemangel reden wollten. Bis heute haben 220 Absolventinnen und Absolventen die BA verlassen und wir bilden in vier Studiengängen aus.
Für mich war es ein emotionaler Abschied. Mit meinem Amtsantritt am 1. November werde ich die Berufsakademie verlassen. Aber ich nehme eine wichtige Erfahrung mit – große Ideen werden nicht dadurch realistisch, dass man sie kleiner macht. Sondern indem Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam anfangen.
Genau dieses Gefühl begleitet mich bei den Vorbereitungen auf den 1. November.
Die Gespräche laufen. Mein #Zukunftsplan2034 wird Schritt für Schritt zu konkreten Arbeitsfeldern. Erste Projekte werden vorbereitet. Und manches, was heute vielleicht noch wie eine große Vision klingt, kann morgen der Anfang von etwas sehr Konkretem sein.
Noch sind es gut fünf Wochen bis zum Amtsantritt. Ich merke jeden Tag ein bisschen mehr, wie groß die Verantwortung sein wird. Gleichzeitig wächst die Vorfreude auf das, was wir gemeinsam daraus machen können.
Dankbarkeit, Freude und Demut – und ziemlich viel Kopfkino für Wilhelmshaven.
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