11. Januar 2026: Jahresauftakt, Orientierung und wichtige Weichenstellungen.

Vom Gegeneinander zum Nebeneinander über das Miteinander zum Füreinander.

Mit dem traditionellen Neujahrsempfang ist die Stadt Wilhelmshaven am Wochenende offiziell ins Jahr 2026 gestartet. Ein Auftakt, der mehr war als ein formeller Termin – sondern ein Moment des Innehaltens und der Orientierung.

Das erste Musikstück des Vormittags trug den Titel „On a clear day …“. Für mich stand es sinnbildlich für einen klaren, sonnigen Tag – aber auch für den klaren Blick zurück und nach vorn: auf das, was wir gemeinsam erreicht haben, darauf, wie Wilhelmshaven von außen wahrgenommen wird, und ebenso darauf, wie wir selbst auf unsere Stadt schauen sollten. Vor allem aber auf eine positive Zukunft mit den gemeinsamen Aufgaben, die vor uns liegen.

Nach der Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Carsten Feist und der Festrede von Peter Südbeck zeigte der Empfang auch, wie vielfältig Engagement in unserer Stadt ist. Der Astronomieverein durfte sich über eine Spende der August-Desenz-Stiftung freuen. Besonders bewegt hat mich die Auszeichnung von Lars Peichert, der für sein großes Engagement für Menschen mit Handicap von Rat und Verwaltung der Stadt als „Vorbild des Jahres“ geehrt wurde. Neben einer Urkunde erhielt der bekennende Eishockeyfan ein signiertes Trikot des ECW Sande – eine schöne, sehr persönliche Geste.

Die Rede von Peter Südbeck war für mich bemerkenswert. Er sprach mit großer Leidenschaft über das Wattenmeer, über seine Bedeutung für unsere Stadt und über seine Einmaligkeit. Vor allem aber erinnerte er daran, dass wir nur das schützen können, was wir kennen. Ein Satz ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben: der Weg „vom Gegeneinander, zum Nebeneinander, über das Miteinander zum Füreinander“.

Mit dem Jahresauftakt beginnt nun auch wieder der reguläre kommunalpolitische Betrieb. In dieser Woche tagen die ersten Fachausschüsse – und sie befassen sich mit Vorlagen, die für Wilhelmshaven von grundsätzlicher Bedeutung sind.

Dabei geht es um Flächen, die seit Langem für industrielle Ansiedlungen vorgesehen sind und genau zu diesem Zweck auch vorgehalten wurden. Gleichzeitig ist unübersehbar, dass sich diese Gebiete über die Jahre auch natürlich entwickelt haben und ein Eingriff heute einen entsprechenden gesetzlichen Ausgleich erfordert. Genau dieser Ausgleich zwischen Entwicklung und Schutz ist Kern der anstehenden Entscheidungen.

Ich gehe davon aus, dass dieser Abwägungsprozess in den vergangenen Jahren von Verwaltung und externen Fachleuten sorgfältig vorbereitet wurde. Die Vorlagen basieren auf einem mehrjährigen Verfahren, das Beteiligung, Prüfung und Abwägung einschließt – und damit die Grundlage dafür schafft, nun eine fundierte und verantwortungsvolle Entscheidung für die Zukunft Wilhelmshavens zu treffen.

Die kommenden Tage markieren damit den Übergang vom symbolischen Jahresauftakt hin zu sehr konkreten politischen Weichenstellungen. Sie verlangen einen klaren Blick, Vertrauen in die geleistete Vorarbeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – für unsere Stadt und ihre weitere Entwicklung.

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