17. August 2025: Standort stärken – mit Strategie, Mut und klaren Zielen
Mit dieser Woche widmen wir uns dem nächsten Handlungsfeld unserer Strategie: Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.
Als Vorsitzende des Fachbeirates der Wirtschaftsförderung und Vorstandsmitglied des AWV kenne ich die wirtschaftlichen Stellschrauben unserer Stadt sehr genau – vom Hafen über die Energie- und Logistikbranche bis hin zu Mittelstand, Tourismus und Bundeswehr als Standortfaktor. Diese Erfahrung prägt meinen Blick auf die Zukunft Wilhelmshavens.
Wilhelmshaven ist ein Zukunftsstandort – und wir haben fünf Trümpfe in der Hand: den Hafen der Zukunft (Logistik), die Schlüsselrolle in der Energieversorgung (Energy Hub), Industrieansiedlungen im Net-Zero-Valley, den größten Bundeswehrstandort Deutschlands und die Ansiedlung wichtiger Zulieferindustrien. Dieses Fundament ist stark – und daraus können wir deutlich mehr machen.
Ja, wir sind strukturschwach – und ja, es gab schon viele Anläufe. Aber die Dynamik stimmt: mehr Investitionen, bessere Rankings, stabile Beschäftigung. Gleichzeitig bleiben die Herausforderungen groß: hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Einkommensniveau, unterdurchschnittliche touristische Wertschöpfung. Die nächsten Jahre sind entscheidend, um diese Dynamik in nachhaltige Verbesserungen zu übersetzen.
Tourismus & Veranstaltungen – ein unterschätzter Wirtschaftsfaktor
Tourismus ist mehr als Sommer und Strand. Er bringt Umsatz in Gastronomie, Einzelhandel und Hotellerie – und kann ganzjährig wirken, wenn wir ihn intelligent mit Veranstaltungen und Fachkonferenzen verbinden. Einer meiner Schwerpunkte soll sein, Wilhelmshaven als Standort für Fachkonferenzen und Branchentreffen zu stärken: nicht immer groß – sondern genau, passend, hochkarätig. Energie, Logistik, Maritime Wirtschaft, Wissenschaft – hier haben wir Expertise und Standortvorteile.
Mir ist bewusst, dass wir keine Stadthalle haben. Das ist ein Problem, aber kein Grund, untätig zu bleiben. Wir haben Orte, die wir nutzen und aufwerten können. Hybride Formate, kleine hochkarätige Events, maßgeschneiderte Branchenforen – das geht auch ohne Riesenbau. Gemeinsam mit Tourismus, Wirtschaftsförderung, Hotellerie und weiteren Partnern will ich einen Jahresplan erarbeiten und umsetzen: Welche Konferenzen, Tagungen und Netzwerktreffen holen wir hierher – und wie setzen wir sie perfekt um? Das macht uns sichtbar, bringt Menschen, Ideen und Investitionen in die Stadt.
Dafür brauchen wir außerdem ein Konzept für einen Startup-, Coworking- und Kreativ-Campus, die Stärkung des Mittelstands, die Unterstützung inhabergeführter Geschäfte, gezielte Hafen- und Industrieentwicklung und den Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig wollen wir Leerstände neu denken, Netzwerke ausbauen und Kooperationen fördern.
Mein Fazit: Wilhelmshaven kann wirtschaftlich mehr – und wir haben die Chance, diese Entwicklung aktiv zu gestalten. Das geht nur mit klarer Strategie, starken Partnern und dem Mut, auch ungewöhnliche Wege zu gehen.
Und Sie? Welche wirtschaftlichen Chancen sollten wir als erstes nutzen?
#miteinanderwhv
P.S.: Seit Freitag bin ich im Urlaub – diesmal also keine Termine für die Woche. Aber Kopf und Herz bleiben bei Wilhelmshaven.