28. November 2025: Was die Orange Days uns lehren – auch über den Alltag hinaus
Diese Woche stand auch für mich im Zeichen der Orange Days – jener internationalen Aktionswochen, in denen weltweit auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht wird. Sie laufen vom 25. November bis zum 10. Dezember, also mitten in einer Zeit, in der wir ohnehin viel über Zusammenhalt, Respekt und das Miteinander in unserer Gesellschaft sprechen. Für mich gehören diese Themen ganz selbstverständlich zusammen: Gewalt hat viele Formen, manche sichtbar, andere leise und oft verborgen. Und oft fängt Aufmerksamkeit im Alltag an – mit einem Blick, einem Nachfragen, einem kurzen „Alles okay bei dir?“.
Orange Days bei den Landfrauen
Vor diesem Hintergrund fand auch ein Termin mit den Landfrauen statt, die sich erstmals mit den Orange Days beschäftigt haben. Nach einem gemeinsamen Frühstück und zwei wunderbaren Liedern einer Kitagruppe hat Nele Bulla, unsere stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte, erklärt, was hinter diesen Aktionstagen steckt und warum sie so wichtig sind. Ich habe in meinem Beitrag drei Perspektiven geteilt, aus denen ich auf dieses Thema schaue:
(1) Als Geschäftsführerin der WiKi erlebe ich immer wieder, dass Gewalt gegen Frauen in allen gesellschaftlichen Gruppen vorkommt – und dass psychische Gewalt, die keine sichtbaren Spuren hinterlässt, oft genauso belastend und verletzend ist wie körperliche. Deshalb braucht es Menschen, die hinsehen, sensibel reagieren und bereit sind, Hilfe anzubieten. Niemand erzählt gern, dass er bedrängt oder eingeschüchtert wird. Umso wichtiger ist es, wenn wir das Thema in unseren Alltag holen und offen darüber sprechen.
(2) Gleichzeitig denke ich als Oberbürgermeisterkandidatin darüber nach, welchen Beitrag eine Stadt leisten muss. Dazu gehören Beratungsangebote, Anlaufstellen und Mitarbeitende, die gut geschult sind – sowohl im Umgang mit Bürgerinnen als auch in der Fürsorge für Kolleginnen in den eigenen Reihen. Wir können Gruppen wie die Landfrauen unterstützen, ihr Engagement vernetzen und ihre Aktionen sichtbarer machen. Und wir können dafür sorgen, dass Informationen nicht nur abrufbar sind, sondern Menschen tatsächlich erreichen.
(3) Und am Ende bleibt für mich eine Botschaft, die über die Orange Days hinausgeht: Aufmerksamkeit ist kein Sonderprogramm für Kampagnenwochen. Sie ist eine Haltung. Sie zeigt sich, wenn wir wahrnehmen, wenn jemand neben uns gerade kämpft – sei es durch Gewalt, durch Angst oder einfach durch ein psychisches Tief. Demokratie, Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit beginnen oft genau dort: hinsehen, ansprechen, ernst nehmen. Die Orange Days rücken das Thema Gewalt in den Fokus – aber sie erinnern uns damit auch an etwas Grundsätzliches, das uns das ganze Jahr tragen sollte.
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