24. Oktober 2025: Stadtbild, Beteiligung, Haltung – eine Woche mit vielen Stimmen

Es war eine Woche voller Gespräche, Begegnungen und Denkanstöße – im Auto, im Saal, im Verein. Jede Situation anders, aber mit einem gemeinsamen Nenner: dem Wunsch, gehört zu werden und mitzuwirken.

Auf der Zukunftsfahrt erwarteten mich zunächst eine sehr persönliche, fast schon explizite Vorbereitung – handgeschriebene Zettel mit Gedanken, Fragen und Anregungen. Das hat mich wirklich berührt. Diese Gespräche zeigen, wie stark das Interesse ist, sich einzubringen und Verantwortung für das eigene Umfeld zu übernehmen. Wir haben über Arbeit, Sauberkeit, Freizeit und Lebensqualität gesprochen, über die Innenstadt, über den Wunsch nach einer Markthalle und über die Frage, wie Wilhelmshaven für junge Menschen attraktiv bleiben kann. Genau dafür ist dieses Format gedacht: Zeit, zuzuhören, Fragen zu stellen, gemeinsam zu denken. Wer mag, kann sich gerne melden – ob frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit oder abends zurück, unterwegs lässt sich oft am besten über die Zukunft der Stadt sprechen.

Am Donnerstag dann die Podiumsdiskussion im Gorch-Fock-Haus. Ein volles Haus, ein sehr gemischtes Publikum, viele Erwartungen – und eine Diskussion, die gezeigt hat, dass das Bedürfnis nach direktem Austausch groß ist. Für manche hätte es tiefer in die Themen gehen können, andere wollten einfach mal zuhören oder ihre Sicht einbringen. Insgesamt war es ein solider Auftakt mit Luft nach oben: beim nächsten Mal darf es strukturierter, politischer und klarer werden. Trotzdem bleibt der wichtigste Punkt, dass wir wieder miteinander sprechen – nicht in Kommentarspalten, sondern von Angesicht zu Angesicht.

Auch bei den Rotariern wurde engagiert diskutiert – freundlich im Ton, aber deutlich in der Sache. Besonders beim Thema überparteiliche Kandidatur gingen die Meinungen auseinander. Ich halte weiter daran fest, dass gerade in einer Stadtspitze Verbindendes wichtiger ist als Parteigrenzen. Eine Oberbürgermeisterin muss Brücken bauen können, quer durch die demokratischen Fraktionen und gesellschaftlichen Gruppen. Nur so kann Stadtpolitik verlässlich funktionieren – ohne, dass jede Entscheidung zum Machtspiel wird.

Und während vielerorts diskutiert wurde, läuft im Hintergrund gerade eine ganz praktische Form der Mitwirkung: die Bürgerbeteiligung zum Nahverkehrsplan. Noch bis Montag können Anregungen eingereicht werden – zur Taktung von Bus und Bahn, zu barrierefreien Verbindungen, zu den späten Sammeltaxifahrten und zur Anbindung einzelner Stadtteile.

https://www.wilhelmshaven.de/Aktuelles/63831-Jetzt-mitwirken-am-Nahverkehrsplan.html?pid=3359

Das klingt nach technischem Detail, ist aber entscheidend dafür, wie gut eine Stadt funktioniert. Mobilität ist die Grundlage für Teilhabe – sie entscheidet, ob Quartiere verbunden bleiben, ob Jugendliche sicher zur Arbeit oder ältere Menschen ohne Hürden in die Stadt kommen. Jede Rückmeldung hilft, den Alltag in Wilhelmshaven konkret besser zu machen. Beteiligung ist hier keine symbolische Geste, sondern echte Mitgestaltung.

Diese Bereitschaft, sich einzubringen, ist etwas, das Wilhelmshaven gut tut – gerade in einer Zeit, in der viele Debatten schnell emotional werden. Das zeigt auch die aktuelle Stadtbild-Diskussion, die bundesweit angestoßen wurde. Ich finde es richtig, dass wir über Sprache, Identität und das Miteinander im öffentlichen Raum sprechen. Aber ich finde auch, dass wir es mit mehr Ruhe und Respekt tun sollten. Wenn solche Themen sofort zu Lagerfragen werden, verlieren wir die Chance, uns zuzuhören. Wilhelmshaven ist weder nur Tradition noch nur Aufbruch – es ist beides. Eine Stadt mit Geschichte, Charakter und Veränderungsbereitschaft. Wir dürfen unsere Identität weiterentwickeln, ohne sie gegeneinander zu verteidigen.

Genau diese Haltung zieht sich auch durch den ZukunftsplanWHV: Er steht für eine Politik, die Brücken baut, Beteiligung ermöglicht und Komplexität aushält. Zukunft ist kein Entweder-oder. Sie entsteht dort, wo wir sachlich streiten, zuhören und Verantwortung übernehmen – im Großen wie im Kleinen.

Am Wochenende geht es weiter mit der nächsten Station:

🚌 Haltestelle: Zukunft beim Combi im Maadebogen – mit offenen Ohren, warmem Tee und Platz für gute Ideen.

Und das Angebot bleibt:

  • Zukunftsfahrt – unterwegs sprechen wir morgens über WHV 2034.
  • Heimspiel – ich komme in Ihren/Euren Verein/Club/Initiative.

Termine und Anfragen unter: https://miteinanderwhv.de

#miteinanderWHV

#ZukunftsplanWHV

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