05. September 2025: Zwischen Watt und Wir – eine Woche, die verbindet.
Zwischen Watt und Wir – eine Woche, die verbindet
Verantwortung hatte in dieser Woche viele Gesichter: vom Weltnaturerbe bis zur Nachbarschaft, von Sengwarden bis zum Südstrand. Das Wattenmeer ist Identität und Auftrag zugleich – mit dem geplanten Trilateralen Weltnaturerbe-Partnerschaftszentrum als starkem Signal nach außen und mit Alltagshandeln nach innen. Am Südstrand wurde diese Verbindung greifbar: Über 50 Täuflinge und weit über tausend Besucherinnen und Besucher erlebten eine zugewandte, fröhliche Südstrandtaufe – Gemeinschaft im besten Sinn, getragen von Respekt vor Natur und Meer. Aus diesem Kompass folgt „Null Toleranz“ gegenüber Belastungen für das Watt. Traditionen bewahren wir, indem wir sie weiterdenken: etwa mit Laser- oder Drohnenshows oder einem „Fern-Feuerwerk“ außerhalb sensibler Zonen.
Ich wurde diese Woche im Zusammenhang mit dem Themenfeld gefragt, wie ich zum Feuerwerk beim „Wochenende an der Jade“ stehe. Danke für den wichtigen Hinweis – damit wird ein sensibles, aber sehr zentrales Thema in diesem Handlungsfeld adressiert: Wie schaffen wir es, Traditionen zu leben und gleichzeitig Verantwortung für das Weltnaturerbe Wattenmeer zu übernehmen? Klar ist: Das Wattenmeer braucht unseren Schutz – auch bei Festen und Feiern. Feuerwerke gehören für viele zu den schönsten Momenten, gleichzeitig belasten sie Natur und Tiere. Genau deshalb wollen wir ehrlich hinschauen und Wege finden, die beides ermöglichen: Gemeinschaft erleben und das Weltnaturerbe bewahren. Ob Lasershow im Innenhafen, Drohnenshow, ein „Fern-Feuerwerk“ außerhalb sensibler Zonen oder kreative Alternativen wie Lichterballons – es gibt viele Ideen, die wir gemeinsam diskutieren sollten. Ich werbe bereits heute dafür – und im Amt setze ich mich dafür ein, diesen Dialog mit Nationalparkverwaltung, Umweltverbänden, Veranstaltern, Stadtwerken und Tourismus strukturiert zu führen – mit Praxischeck statt Rechthaberei.
Dass Verantwortung und Lebensfreude zusammengehen, zeigt auch das „Groovebad Festival“ im Freibad Nord am 13. September: Awareness-Team, Rettungsschwimmer, Sanitäter, Security, faire Gastro und Shuttle – „Null Toleranz“ schützt hier Menschen und Atmosphäre gleichermaßen. Verantwortung prägt ebenso unsere politischen Debatten: Beim kommunalpolitischen Frühschoppen zum 407. Sengwarder Markt stand im Mittelpunkt, wie Region denken und gemeinsam handeln konkret wird – Klinikfusion, Versorgungssicherheit, Zusammenarbeit mit Friesland. Passend dazu kam aus Wilhelmshaven bei der Oberbürgermeisterkonferenz des Niedersächsischen Städtetags der deutliche Ruf nach verlässlichen Finanzen, einfacheren Förderkulissen und planbaren Signalen – gerade für Wasserstoff und Energieinfrastruktur, wo Investitionen längst laufen.
Maritim blieb es am Bontekai: Open Ship auf der „Gorch Fock“ machte Ausbildung, Teamgeist und Seefahrt erlebbar – ein Publikumsmagnet mit Ausstrahlung. Und das Deutsche Marinemuseum richtet den Blick nach vorn: Umbau ab 2026, temporäre Liegeplätze für „Gepard“ und „Mölders“ im Museumshafen und kluge Übergangslösungen gemeinsam mit dem Küstenmuseum. Das ist mehr als Baustelle – das ist eine Chance, Innenstadt und Kultur sichtbar zu beleben, wenn wir Lösungen vor Bedenken stellen. Soziale Stärke trägt diese Entwicklung: „50 Jahre Diakonie“ stand für Dankbarkeit und Respekt vor Hilfe, die oft leise, aber wirksam ist – von Wohnungslosigkeit über Beratung bis Prävention, getragen von vielen Partnern.
Wattenmeer und Tourismus gehören zusammen: besuchen, verstehen, schützen. Trotz regnerischem Start in die Ferien ziehen Touristiker eine positive Bilanz – mit vielen Tagesausflügen ans Wasser, steigenden Übernachtungen im Juni und insgesamt guten Halbjahreszahlen. An der Küste gibt es zudem Chancen nach der Saison, weil Gäste aus dem Süden später im Jahr kommen und Veranstaltungen nutzen. Genau dafür brauchen wir den Banter See als starken Anker: Lösungen für das Fährhaus und Klein Wangerooge gehören auf den Tisch – verlässlich, naturverträglich und mit Profil für Gäste wie Einheimische.
Und mit der Berufschancenmesse JadeFuture am 4. September wurden Ausbildung, Studium und Arbeit ganz konkret – kurze Wege vom ersten Gespräch zur Perspektive, die eine Transformationsregion braucht.
Ab jetzt: ZukunftsplanWHV
Aus all dem wächst der rote Faden dieser Woche: Verantwortung, die verbindet – Natur und Nachtleben, Tradition und Transformation, Hilfe und Haltung, Debatte und Entscheidung. Ab sofort geht es um den ZukunftsplanWHV. Ich freue mich, ihn vorzustellen – und auf die Debatte hierzu. Denn jetzt machen wir den Weg vom „Wohin“ zum „Wie“ sichtbar: konkret, messbar, alltagstauglich.
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